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Ergebnisse der Onlineumfrage zur Abrechnung von ambulanten Hebammenleistungen

Im 2023 hat das Institut für Hebammenwissenschaften und reproduktive Gesundheit der ZHAW in Zusammenarbeit mit dem SHV eine Onlineumfrage zur Abrechnung der ambulanten Hebammenleistungen durchgeführt. 

Was waren die Ziele der Umfrage?
Die übergeordneten Ziele der Erfassung der Tätigkeiten der Hebammen in eigener fachlicher Verantwortung sind die Qualitätssicherung sowie die Information
interessierter Kreise und der Öffentlichkeit. Zudem werden die Daten auch für das von den Krankenversicherern geforderte Monitoring der ambulanten Hebammenleistungen genutzt und sind dafür unerlässlich. Damit die Ergebnisse der Statistik und des Monitoringberichts aussagekräftig sind, ist wichtig, dass die Hebammen, Organisationen der Hebammen und Geburtshäuser regelmässig abrechnen und die für die Statistik erforderlichen Daten sorgfältig eingeben. Bisher wurden die Hebammen nicht systematisch zur Handhabe der elektronischen Abrechnung befragt. Deshalb setzte sich der SHV zum Ziel, die benutzten Abrechnungstools und die Regelmässigkeit der Abrechnung der ambulanten Hebammenleistungen zu erfassen.

Was sind die wichtigsten Ergebnisse?

Arbeitspensen der befragten Hebammen:
Die befragten Hebammen waren im Median seit 10.0 Jahren in eigener fachlicher Verantwortung tätig (Range: 1 Monat-44.0 Jahre). Sie arbeiteten im Median 26 Stunden pro Woche (Range: 1-70 Stunden), was im Median 62 Stellenprozenten entspricht, ausgehend von einer 42-Stunden-Woche. Eine Minderheit der Hebammen (16.7%, n=211) gab an, über 42 Stunden pro Woche in eigener fachlicher Verantwortung tätig zu sein. Insgesamt 41.5% (n=524) der Befragten standen zusätzlich zur selbständigen Tätigkeit in einem Arbeitsverhältnis, 57.2% (n=723) waren in keinem Angestelltenverhältnis und 1.3% (n=17) planten dies in naher Zukunft. Die angestellten Hebammen waren in dieser weiteren Tätigkeit im Median zu 50 Stellenprozenten angestellt (Range: 0-100 Stelleprozente). Nur wenige der befragten Hebammen (0.5%, n=6 von 1’229) gaben an, nicht in der Wochenbettbetreuung oder Stillberatung tätig zu sein.

Wichtigkeit des Abrechnungszeitpunktes in Bezug auf die Erfassung der Daten für die Statistik des SHV:
Ein Grossteil der Teilnehmenden (90.9%, n=1’141) gab an, darüber informiert zu sein, dass die Leistungen des laufenden Jahres bis Ende Januar des Folgejahres abgerechnet sein sollen, damit die Daten der betreuten Frauen in die Statistik einfliessen. Knapp drei Viertel der Hebammen (74.6%, n=936) nannten, alle Leistunden bis Ende Januar des Folgejahres abzurechnen. Bis Ende Januar nur vereinzelte Leistungen noch nicht abgerechnet hatten 19.5% (n=245) der Hebammen. Ca. einen Viertel resp. die Hälfte der Leistungen hatten 1.5% (n=19) resp. 0.5% (n=6) bis zu dieser Frist noch nicht abgerechnet. Nur 0.9% (n=11) der Teilnehmenden hatte einen Grossteil ihrer Leistungen bis Ende Januar noch nicht in Rechnung gestellt.
Keine Angaben machten 2.7% (n=34) der Hebammen, weil sie erst seit diesem Kalenderjahr in eigener fachlicher Verantwortung arbeiteten und 0.2% (n=3) gaben eine uneindeutige offene Antwort oder nannten, alles bis auf die laufenden Betreuungen bis Ende Januar abzurechnen.

Einholen der Patient*inneneinwilligung für die Weitergabe von Daten an die Statistik SHV:
Es gaben 13.8% (n=170 von 1’234) der Befragten an, keine Einwilligung der betreuten Frauen bezüglich der Weitergaben von Daten für die SHV-Statistik einzuholen. Knapp ein Viertel der Teilnehmenden (23.8%, n=294) erhob die Zustimmung für die SHV-Statistik nur mündlich. Eine schriftliche Einwilligung holten 62.4% (n=770) ein und von ihnen liessen sich 10.6% (n=82 von 770) zusätzlich eine mündliche Einwilligung geben.
Zur schriftlichen Einwilligung wurde mehrheitlich das Dokument des SHV «Information zur Statistik und zum Qualitätsmanagement des SHV» verwendet (65.3%, n=503 von 770). Auch häufig kamen eigene Einwilligungserklärungen bzw. das Patientenformular aus den SHV-Vorlagen zum Datenschutzgesetz zum Einsatz
(40.5%, n=312). Unter «Andere» (3.4%, n=42 von 1’234) wurden mehrfach Formulare/Verträge der Sektionen sowie mehrere anderweitige Formen zur Einholung der Einwilligung genannt. Diese ergänzten die Gruppe der schriftlichen Einwilligung teilweise zusätzlich. Mehrfachantworten waren bei dieser Frage zulässig.

Gesamter Ergebnisbericht in 3 Sprachen:

Deutsch
IHG_20240215_Ergebnisse der Onlineumfrage Abrechungen SHV_FINAL
Französisch und Italienisch:
IHG_20240215_Résultats de l’enquête en ligne sur la facturation des prestations ambulatoires des sages-femmeds_final
IHG_20240215_Risultati del sondaggio online sulla fatturazione dei servizi delle levatrici ambulatoriali_final

 

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