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Deutsche Hebammenzeitschrift
Sozio-Anthropologische Studie aus der Schweiz

«WhatsApp in der Wochenbettbetreuung»

Digitale Medien nehmen seit Jahren zunehmend Einfluss auf die Hebammenarbeit rund um die Geburt. So können zeitnah Informationen weitergegeben und Beratungen durchgeführt werden. Gleichzeitig kann ihr Einsatz dazu führen, dass eine direkte Begegnung und ein direktes Gespräch zwischen Hebamme und Frau verhindert wird. In einer Schweizer Studie wurde nun untersucht, wie Hebammen während der Wochenbettzeit über Sofortnachrichtendienste wie WhatsApp mit den von ihnen betreuten Frauen mit Migrationshintergrund kommunizieren. Die Autor*innen schlussfolgern, dass Sofortnachrichtendienste vielversprechend in der Wochenbettbetreuung als Ergänzung zu Hausbesuchen eingesetzt werden können. Frauen und Hebammen kommunizieren häufiger und regelmässiger zwischen den Hausbesuchen seit der Einführung von Sofortnachrichten. Eine rasche Reaktion der Hebamme ist möglich, wenn Frauen Bilder und Fragen senden. Einsamkeitsgefühle können durch regelmässige Kontaktaufnahme während der Wochenbettzeit gemildert werden. Limitierend ist die Beratung bei komplexen Themen, die eine individuelle Betrachtung verschiedener Faktoren erfordert. Aus ihrer Sicht trägt die Verwendung von Sofortnachrichtendiensten zur Betreuungskontinuität und frauenzentrierten Betreuung im Wochenbett bei.

Quelle: Artikel in der Deutschen Hebammenzeitschrift vom 21. August

Studie: Perrenoud, P., Chautems & C., Kaech, C. (2021). « Whatsapping » the continuity of postpartum care in Switzerland: A socio-anthropological study. Women and Birth; Doi: http://dx.doi.org/10.1016/j.wombi.2021.06.009

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