Neue Publikation mit open access: Women’s experiences of disrespect and abuse in Swiss facilities during the COVID-19 pandemic: a qualitative analysis of an open-ended question in the IMAgiNE EURO study

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Hintergrund
Die COVID-19-Pandemie war auch für eine adäquate  Versorgung von Mutter und Kind eine Herausforderung. . Die IMAgiNE EURO-Studie untersucht die Qualität der Versorgung von Müttern und Neugeborenen während der Pandemie in über 20 Ländern, darunter auch die Schweiz.

Ziel
Diese Studie zielt darauf ab, die Erfahrungen von Frauen, die Respektlosigkeit oder Misshandlungen in Schweizer Gesundheitseinrichtungen während der COVID-19-Pandemie erlebt haben, zu verstehen.

Methoden
Die Daten wurden über eine anonyme Online-Umfrage auf REDCap® gesammelt. Frauen, die zwischen März 2020 und März 2022 entbunden und eine offene Frage im IMAgiNE EURO-Fragebogen beantwortet haben, wurden in die Studie einbezogen. Eine qualitative thematische Analyse der Kommentare der Frauen wurde unter Verwendung des RESPECT-Toolkits des Internationalen Hebammenverbands als Analyseframework durchgeführt.

Ergebnisse
Die Datenquelle für diese Studie bestand aus 199 Kommentaren, die Frauen als Antwort auf die offene Frage im IMAgiNE EURO-Fragebogen abgegeben hatten. Die Analyse dieser Kommentare zeigte klare Muster von Respektlosigkeit und Missbrauch in Gesundheitseinrichtungen während der COVID-19-Pandemie. Diese Muster umfassen: Nicht einvernehmliche Versorgung, die Missachtung der Entscheidungen und Geburtspräferenzen der Frauen; würdelose Versorgung, gekennzeichnet durch respektlose Einstellungen und mangelnde Empathie von Gesundheitspersonal; und Gefühle von Vernachlässigung und Verlassenheit, einschließlich der Verweigerung von Begleitung während der Geburt und der Trennung von Mütter und Neugeborenen. Unzureichende organisatorische und personelle Ressourcen in Gesundheitseinrichtungen wurden als beitragende Faktoren zu respektloser Versorgung identifiziert. Empathische Beziehungen zu Gesundheitspersonal wurden als Grundstein für positive Erfahrungen berichtet.

Diskussion
Schweizer Gesundheitseinrichtungen zeigten Mängel im Zusammenhang mit Respektlosigkeit und Misshandlungen  in der Mutter-Kind-Versorgung. Der Pandemie-Kontext könnte neue Herausforderungen gebracht haben, die bestimmte Aspekte einer respektvollen Versorgung beeinträchtigt haben. Die COVID-19-Krise fungierte auch als Vergrößerungsglas, das möglicherweise bestehende Lücken und strukturelle Schwächen im Gesundheitssystem, einschließlich Personalmangel, aufdeckte und verschärfte.

Schlussfolgerungen
Diese Ergebnisse sollten die Bemühungen zur Interessenvertretung leiten und politische Entscheidungsträger sowie Gesundheitseinrichtungen dazu drängen, ausreichende Ressourcen bereitzustellen, um eine respektvolle und qualitativ hochwertige Mutter-Kind-Versorgung während Pandemien und darüber hinaus sicherzustellen.

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