Der SHV empfiehlt die Annahme der Motion «Vaterschaftsurlaub soll bei neonatalem Tod nicht erlöschen» 22.4013

Anlässlich der Sondersession im April hat der SHV in Absprache mit der Motionärin, Frau Sarah Wyss, SP/BS,  folgendes Schreiben an alle Mitglieder des Nationalrates versendet: 

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Mitglieder des Nationalrats

Der Nationalrat behandelt in der Sondersession am 16. oder am 17. April die Motion «Vaterschaftsurlaub soll bei neonatalem Tod nicht erlöschen»  22.4013. Der Schweizerische Hebammenverband bittet Sie, die Motion von Sarah Wyss anzunehmen.

Der Verlust eines Kindes ist stets mit unermesslichem Leid verbunden. Die Annahme der Motion ermöglicht es, dass die Eltern die ersten Tage zusammen verbringen können, wenn ihr Kind kurz nach der Geburt stirbt. Dies ist einerseits für den Trauerprozess sehr wichtig und erlaubt es andererseits, die unzähligen organisatorischen Aufgaben rund um die Autopsie oder Beisetzung fristgerecht zu erledigen. Werden die Väter gezwungen, sofort nach dem Tod des Kindes weiterzuarbeiten, so sinkt die Arbeitsqualität und das Risiko von Berufsunfällen nimmt zu.

Die Zahl der Kinder, die kurz nach der Geburt sterben, ist glücklicherweise sehr tief. Umso wichtiger ist es, dass das Parlament eine national einheitliche Lösung verabschiedet. Derzeit sind die Väter vollumfänglich vom Goodwill ihrer Arbeitgeber abhängig oder bitten den Hausarzt um eine Krankschreibung, denn die Arbeitsfähigkeit ist nicht gegeben. Selbständigerwerbende müssen den Erwerbsausfall selber decken, wenn sie ein paar Freitage benötigen, um zu Trauern.

Die Kosten der Annahme der Motion sind verhältnismässig gering, der Nutzen für die betroffenen Väter ist sehr hoch. Geht man von 200 Babys pro Jahr aus, dann entstehen in der EO maximale Kosten von CHF 600’000 (200 Väter * CHF 3’080 = Höchstbetrag).

Wir sprechen uns klar für die Annahme der Motion und damit für eine national einheitliche Lösung aus.

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