Hebammenwesen: Immaterielles Kulturerbe der Menschheit

Die UNESCO nahm am 6. Dezember 2023 das Hebammenwesen in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit auf. Die UN-Organisation würdigt damit die weltweite kulturelle Vielfalt, die sich in der Praktik widerspiegelt. Das grundlegende Wissen und Können von Hebammen gleiche sich auf der ganzen der Welt, weise aber je nach Erdteil viele regionale und kulturelle Besonderheiten auf. «Das Hebammenwesen ist ein wundervolles Beispiel für die Menschlichkeit unseres Erbes! Es zeigt, wie kulturelle Traditionen unsere Welt einen können», erklärt Kerstin Pürschel, Deutschlands Botschafterin bei der UNESCO. Seit 20 Jahren unterstützt die UNESCO den Schutz, die Dokumentation und den Erhalt gelebter Kultur. Zum Immateriellen Kulturerbe zählen lebendige Traditionen aus den Bereichen Tanz, Theater, Musik, mündliche Überlieferungen, Naturwissen und Handwerkstechniken.

 Quelle: Pressemittelung der Deutschen UNESCO-Kommission vom 6. Dezember 2023

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Kaiserschnittrate in der Schweiz

Eine der Empfehlungen in der Top-5-Liste von smarter medicine «choosing wisely», die zusammen mit dem Schweizerischen Hebammenverband erarbeitet wurde, lautet: «Keine routinemässigen Kaiserschnitte bei Status nach Sectio empfehlen oder planen». Die vom Bundesamt für Statistik herausgegebene «Rangliste» zeigt auf, bezogen auf den Zeitraum 2007 – 2022, in welchen Kantonen die Kaiserschnittraten in den letzten Jahren gestiegen und in welchen sie gesunken sind. Der Kanton Zug bezieht mit einer Rate von über 40 Prozent die Spitzenposition bei den Kaiserschnitten. Als Kontrast: Im Kanton Jura liegt die durchschnittlichen Kaiserschnittrate bei rund einem Fünftel der Geburten.

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ProCoRe-Magazin zu Sexarbeit und Mutterschaft

ProCoRe – das nationale Koordinationsbüro, das sich für die Anliegen und Rechte von Sexarbeitenden in der Schweiz einsetzt, hat ein neues Heft herausgegeben mit dem Thema  Sexarbeit und Mutterschaft. Darin ist unter anderem auch ein Interview mit Giovanna Gilges zu finden, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule für Gesundheit Bochum im Studienbereich  Hebammenwissenschaft. Ihr Promotionsthema: «Der schwangere Körper in der Prostitution». Giovanna Gilges gibt ebenfalls Workshops für Hebammen. Denn Tatsache ist: Der Grossteil der Sexarbeiterinnen in der Schweiz sind Mütter, oft alleinerziehend. 

  zur Ausgabe «Sexarbeit und Mutterschaft»

 

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Neue Zeitschrift der EKF zum Thema Geld

Wer verdient wie viel mit welcher Arbeit? Wie viele Milliardärinnen gibt es in der Schweiz und wer kümmert sich in Partnerschaften ums Geld? In der neusten Ausgabe der Zeitschrift «Frauenfragen» beleuchtet die Eidgenössische Kommission für Frauenfragen (EKF) Rahmenbedingungen, die zu monetärer Ungleichheit zwischen den Geschlechtern führen. Die Zeitschrift «Frauenfragen» erscheint einmal pro Jahr zu einem aktuellen Thema.

Zur Medienmitteilung des Bundesrates vom 28. November 2023 

Zum Heft  «Geld» der Fachzeitschrift  «Frauenfragen» 

 

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Traumatisches Geburtserlebnis: Informationen zum Teilen!

Die DEVOTION Cost Action 18211 ist ein europaweites (23 Länder) multidisziplinäres Forschungsnetzwerk, das sich mit der Verringerung von Geburtstraumata und der Optimierung des Geburtserlebnisses befasst. Das Netzwerk hat eine Reihe von Informationsmaterialien in 13 Sprachen herausgegeben, die sich an Eltern und Geburtshelfer*innen und übrigens auch an politische Entscheidungsträger*innen richten.

 

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Neue Empfehlungen zu FGM/C

Eine grosse Arbeit von mehreren Jahren ist zum Abschluss gekommen: Die interdisziplinären Empfehlungen für Gesundheitsfachpersonen zum Thema FGM/C sind nun veröffentlicht worden. Sie wurden unter Beteiligung von Fachpersonen aus unterschiedlichen Berufsfeldern erarbeitet. Das Gesundheitspersonal spielt eine wichtige Rolle bei der Erkennung, Diagnostik und Betreuung der Folgen einer weiblichen Genitalbeschneidung sowie beim Schutz von gefährdeten Mädchen. Die interdisziplinären Empfehlungen richten sich an Gesundheitsfachpersonen aus der Gynäkologie und Geburtshilfe, Pädiatrie und Pflege. Die Empfehlungen haben zum Zweck, über das Thema weibliche Genitalbeschneidung zu sensibilisieren und praktische Unterstützung für den klinischen Alltag zu bieten. Die Empfehlungen wurden unter Leitung von Dr. med. Jasmine Abdulcadir (Hôpitaux universitaires Genève, HUG) und Marisa Birri (im Mandat des Netzwerks gegen Mädchenbeschneidung Schweiz) sowie verschiedenster Fachexpert*innen erarbeitet.   

Zu beachten: Der Podcast des Schweizerischen Hebammenverbandes «Herztöne » widmet sich in einer kommenden Folge dieser wichtigen Thematik für den Hebammenberuf. Nicht verpassen!   

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Ernährung des gesunden Neugeborenen

Was ist neu im Vergleich zu den vorherigen Empfehlungen?

  • Zusätzlicher Fokus auf das Stillen (Vorteile, Hindernisse und Unterstützung des Stillens).
  • Eine mütterliche HIV-Infektion ist in der Schweiz keine absolute Kontraindikation mehr für das Stillen.
  • Eine mütterliche COVID-19/SARS-CoV-2-Infektion ist unter entsprechenden Hygienemassnahmen
  • mit dem Stillen vereinbar.
  • Die Beurteilung des erfolgreichen Stillens oder einer nötigen Zufütterung basiert auf integrativen Kriterien und nicht ausschliesslich auf dem Gewichtsverlust des Neugeborenen.
  • Je nach Verfügbarkeit können vorgeburtlich exprimiertes Kolostrum der Mutter oder Spendermilch aus Milchbanken als Alternativen für eine frühe Zufütterung in Betracht gezogen werden.
  • Aktuelle Informationen über die Verwendung von Säuglingsnahrung und praktische Hinweise
  • für die Zubereitung.
  • Nahrungsergänzungsmittel: nicht nur für Neugeborene, sondern auch für stillende Mütter mit besonderen Bedürfnissen oder Ernährungsgewohnheiten.
  • Harmonisierung mit anderen aktuellen nationalen und internationalen Leitlinien.

  Zu den Empfehlungen

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Mehr Meldungen von Misshandlungen an Kindern und Jugendlichen

Durch die Fachgruppe Kinderschutz wurden im Jahr 2022 wieder alle Kinder und Jugendlichen erfasst, die wegen einer Form von (vermuteter) Misshandlung in einer Schweizer Kinderklinik betreut oder behandelt wurden. Die Erfassung wurde nun zum 14. Mal standardisiert durchgeführt und die vorliegenden Daten basieren auf den Rückmeldungen von 20 Klinken, die sich allesamt bereits in den Vorjahren an der Erhebung beteiligt haben. Es zeigte sich dabei, dass

  • der Anstieg der Misshandlungen, der sich seit Beginn der Erhebung kontinuierlich fortsetzt, im Jahr 2022 besonders ausgeprägt war (14 %). Ob es sich dabei um eine reale Steigerung der Inzidenz von Misshandlungen handelt oder ob durch eine gestiegene Sensibilisierung mehr Fälle an die Kinderschutzgruppe gelangen, ist mit den vorliegenden Daten nicht abschliessend zu klären.
  • auch im Jahr 2022 sehr kleine Kinder besonders häufig von Missbrauch betroffen waren. Fast ein Fünftel aller gemeldeten Fälle betraf Kinder im Alter von einem Jahr und fast 45 Prozent aller gemeldeten Kinder hatten noch nicht ihren sechsten Geburtstag erreicht.
  • dass das Miterleben Häuslicher Gewalt in 50 % der Fälle als Ursache der psychischen Misshandlung benannt wurden.

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Hinweis: Ein Artikel von Kinderschutz Schweiz befasst sich in der kommenden Ausgabe «Obstetrica» mit der konkreten Rolle, die Gesundheitsfachkräfte in diesem Bereich spielen müssen.

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Neu im Kino: Sage-homme

Die französische Filmkomödie Sage-homme läuft seit September in den Deutschschweizer Kinos!

Kurzbeschreibung: Der 19-jährige Leopold fällt bei der Aufnahmeprüfung zum Medizinstudium durch. Er beschliesst, in die Hebammenschule zu gehen und die Wahrheit vor seinem Umfeld zu verbergen, um später wieder in die Medizin quereinzusteigen. Während er sich ohne Überzeugung auf das ausschliesslich weibliche Milieu einlässt, verändert die Begegnung mit Nathalie, einer erfahrenen Hebamme mit leidenschaftlichem Charakter, seinen Blick auf diese faszinierende Welt und lässt seine Gewissheiten erschüttern.

    Zur Vorschau (auf Französisch) 

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Endometriose: Verursacht durch bakterielle Infektion?

Obwohl Endometriose eine häufige Erkrankung ist, von der bis zu 15 % der Frauen im fortpflanzungsfähigen Alter betroffen sind, sind die der Krankheit zugrunde liegenden Mechanismen nicht vollständig geklärt. Eine aktuelle Studie an 155 Frauen in Japan, die in der Zeitschrift Science Translational Medicine veröffentlicht wurde, enthüllt jedoch einen neuen Hinweis auf die Ursache der Endometriose: Sie könnte durch eine bakterielle Infektion verursacht werden. Fusobacterium wurde in der Gebärmutterschleimhaut und in endometrialen Läsionen bei mehr als der Hälfte der Patientinnen mit Endometriose gefunden, im Vergleich zu nur 7 % der Kontrollpersonen. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Infektion mit Fusobacterium zur Pathogenese der Endometriose beitragen kann und dass eine antibiotische Behandlung zur Ausrottung der endometrialen Infektion weiter untersucht werden sollte.

Studie: Muraoka, A. et al. (2023). Fusobacterium infection facilitates the development of endometriosis through the phenotypic transition of endometrial fibroblasts. Science Translational Medicine.

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