„Obstetrica“ 3/2025, Vater werden: Die 3 grössten Irrtümer

Auch wenn werdende Eltern im Allgemeinen immer besser darüber informiert sind, was auf sie zukommt, verdienen es bestimmte Vorstellungen, genauer angeschaut zu werden. Die drei grössten Missverständnisse, die werdenden Vätern durch den Kopf gehen können, und Aufklärung durch die beiden Hebammen.

 «Postpartale Depressionen betreffen nur Mütter»

Fast alle Väter haben schon vom Babyblues gehört, diesem vorübergehenden Phänomen, das nicht lange anhält und tatsächlich viele ihrer Partnerinnen betrifft. Die Symptome treten etwa am zweiten oder dritten Tag nach der Geburt auf (Weinen, Reaktionen und starke Emotionen). Es ist jedoch wichtig zu wissen, dass sich der Babyblues in seinen Symptomen und seinem Zeitpunkt von einer postpartalen Depression unterscheidet: Eine Depression ist eine Krankheit, die nicht unbedingt unmittelbar nach der Geburt auftritt und sich bis zu einem Jahr nach der Geburt manifestieren kann. Und vor allem kann es auch Väter selbst betreffen (schätzungsweise 10 Prozent der Väter oder Co-Eltern sind betroffen), wobei die Symptome schwieriger zu erkennen sind. Während sich eine Depression bei Frauen durch Weinen, Rückzug oder einen Mangel an Lebensenergie äussern kann, äussert sie sich bei Männern häufig durch erhöhte Unruhe oder Gereiztheit – beispielsweise durch Vermeidung des Haushalts, Suchtverhalten oder Überengagement im Beruf oder Sport. Sowohl die Mutter als auch der Vater sollten sich bei Anzeichen und Überforderung an einen Arzt/eine Ärztin oder eine Hebamme wenden.

 

«Meine Partnerin hat sich für das Stillen entschieden, ich als Mann spiele dabei keine Rolle.»

Vätern kommt bei der Unterstützung des Stillens eine echte Rolle zu, und wir zögern hier nicht, auf die Rolle des Managers zurückzugreifen. Stillen kann eine komplexe Angelegenheit sein, und es kann viel Motivation und Unterstützung brauchen, damit das Stillen gut klappt. Es erfordert jedoch eine ruhige, entspannte, heitere und sichere Umgebung. Manchmal bedeutet dies, dass wir die Welt um uns herum «managen» müssen, wie viele und wie oft wir in der Entbindungsstation oder zu Hause vorbeikommen. Oder gönnen Sie als Vater der Mutter unbedingt Ruhemomente, bringen Sie ihr beim Stillen systematisch Wasser in Reichweite oder legen Sie ihr das Stillkissen hin. Und ermutigen Sie Ihre Frau grundsätzlich zum Stillen, denn es kann manchmal auch schwierig oder schmerzhaft sein. Der Vater kann sich nicht hinter dem Stillen verstecken, sondern muss im Gegenteil seine Partnerin unterstützen, sodass es ein gemeinsames Projekt wird.

 

«Nur Frauen erleben die hormonellen und körperlichen Veränderungen, die mit der Mutterschaft einhergehen.»

Die oft beobachtete Haltung «Hormone sind die Hölle, ich kenne sie nicht!» ist eine Falle. Denn in der Realität messen wir auch bei zukünftigen Vätern und Co-Eltern hormonelle Veränderungen (wenn auch in deutlich geringerem Ausmass als bei Frauen). Wie bei Frauen dienen diese hormonellen Veränderungen dazu, sie auf die «Einnistung» vorzubereiten. Dies trägt dazu bei, der Vorstellung entgegenzuwirken, dass dem Körper der Frau ein «Mutterinstinkt» innewohne, da sie «die Einzigen sind, die in der Lage sind, sich um ein Baby zu kümmern». Auch unter den Vätern tut sich in körperlicher Hinsicht einiges – man spricht manchmal von Couvade –, was zeigt, dass es in der Elternschaft kein weibliches Vorrecht gibt, und was die Väter wirklich dazu einlädt, ihre Rolle ab der Geburt ihres Kindes – oder sogar schon vorher – anzunehmen.

Arnaud Mottet und Souheil Al-Mallah, Hebammen in der Geburtsabteilung der „Hôpitaux Universitaires de Genève“.

 

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Namenswechsel: Das Kennenlern-Abo heisst neu Kompaktabo

Das Kennenlern-Abo der Fachzeitschrift des Schweizerischen Hebammenverbandes «Obstetrica» heisst neu  «Kompaktabo»: 2 Ausgaben für 20.5 CHF, um die Zeitschrift und den Beruf der Hebamme einem breiten Publikum näherzubringen!

Das Abonnement enthält:

  • die Elternausgabe, die dieses Jahr im Juni erscheint und sich mit dem Thema Geburt befasst.
  • die Hauptausgabe des Jahres (Oktober), die dieses Jahr dem Thema Bindung gewidmet ist und einen Artikel in italienischer Sprache enthält. 

Eine Information zum Weiterleiten, damit noch mehr Personen die «Obstetrica» entdecken! 

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«Obstetrica»: Erste Ausgabe für Eltern im Juni

Im Juni erscheint die erste Ausgabe der «Obstetrica», die sich direkt an Eltern wendet mit dem Schwerpunkt Wochenbett. Themenausblick: der Rhythmus des Babys, Schreibabys, psychische Gesundheit und weitere Aspekte zu diesem speziellen Lebensabschnitt. 

Die Elternausgabe 2024 kann bis zum 19. Mai über das Kennerlern-Abo (zwei Ausgaben pro Jahr) bestellt werden.

Weitere Informationen zum Kennenlern-Abo

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Neue Podcastfolge «Herztöne» auf Französisch zu FGM/C

Die weibliche Genitalbescheidung mit Maria-Pia Politis Mercier und Ariane Lachance.

Das Schweizer Netzwerk gegen Mädchenbeschneidung hat kürzlich interdisziplinäre Empfehlungen zu diesem Thema für Gesundheitsfachkräfte herausgegeben. Maria-Pia Politis Mercier, Dozentin im Bereich Hebammenwesen an der Hochschule für Gesundheit Vaud, die heute im Ruhestand ist, vertrat den Schweizer Hebammenverband in der Arbeitsgruppe, die diese Empfehlungen erarbeitet hat. Ariane Lachance ist Hebamme (unter anderem für den Verein PanMilar) und betreut betroffene Frauen am Hôpital Riviera Chablais.

Gemeinsam sprechen sie in dieser Folge über ihre Erfahrungen mit diesem Thema und die Rolle der Hebammen in diesen neuesten Empfehlungen (auf Französisch).

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«Obstetrica» breiter streuen: Kennenlern-Abo ab 2024

2024 führt der Schweizerische Hebammenverband ein Kennenlern-Abo für Gynäkolog*innen, Mütter- Väterberatungsstellen sowie weitere Interessierte ein. Das Kennenlern-Abo umfasst zwei Ausgaben, wovon eine gezielt an die Eltern gerichtet ist. Es hat zum Ziel, eine breitere Streuung der Zeitschrift zu erreichen und dadurch auch die Hebammenarbeit bekannter zu machen. Der Preis für das Abonnement beträgt CHF 20.50. Eine News, die bereits heute gerne weiterverbreitet werden darf!

Weitere Informationen

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«Obstetrica»: Ergebnis der Mitgliederbefragung

Im April/Mai dieses Jahres wurde eine Umfrage zur Fachzeitschrift «Obstetrica» an die 3373 Mitglieder des Schweizerischen Hebammenverbandes verschickt. Die Umfrage befasste sich unter anderem mit dem Format und dem Inhalt der Zeitschrift. Hier sind die Ergebnisse. 

41,6 % der Mitglieder haben an der Umfrage teilgenommen.

Die Umfrage wurde an 3373 Personen (Mitglieder des SHV) verschickt. 1404 von ihnen haben geantwortet, was einer Quote von 41,6 % entspricht. Alle Sprachregionen sind vertreten: 72,4 % der Befragten antworteten auf Deutsch, 24 % auf Französisch und 3,6 % auf Italienisch. Die Mehrheit der Befragten war zwischen 25 und 45 Jahre alt (52,4 %) und zwischen 45 und 65 Jahre alt (43,5 %). 1,4 % sind jünger als 25 Jahre und 2,7 % älter als 56 Jahre.

52 Prozent regelmässige Leser*innen

Fast 52 % der Mitglieder, die teilgenommen haben, lesen die Zeitschrift regelmässig, 31% manchmal, während 14,5 % die Zeitschrift selten und 2,5% nie lesen.  Die Frage nach den Gründen für die beiden letztgenannten Antworten wurde am häufigsten mit «Zeitmangel», «mangelndes Interesse» und «ich ziehe andere Fachzeitschriften vor» beantwortet.

Print oder Online?

Fast alle (85 %) der Befragten lesen die Zeitschrift in Papierform (über 90 % der französischsprachigen Befragten), nur 15 % lesen sie online. Allerdings wären 63 % bereit, die Zeitschrift nur online zu lesen, während 37 % nicht auf die gedruckte Version verzichten möchten. Bemerkenswert ist, dass das Alter der Befragten in diesem Punkt keinen nennenswerten Unterschied macht, wie man vielleicht vermuten könnte: Leser*ifnnen unter 45 Jahren sind in den Antworten, die sich für eine reine Online-Zeitschrift aussprechen, nicht stärker vertreten.

Strategische Prioritäten und Lesegewohnheiten

Strategische Prioritäten wie «Die Zukunft unserer Gesellschaft findet online statt» oder «Ich finde es wichtig, dass es eine Druckfassung des SHV-Organs gibt» erhalten nicht die höchste Zustimmung (24.4 % bzw. 20 %): Es scheint, dass praktische oder persönliche Überlegungen stärker gewichtet werden. Obwohl eine grosse Mehrheit der Befragten in der Umstellung auf eine reine Online-Zeitschrift eine Möglichkeit für den SHV sehen würde, Kosten zu sparen (58,4 %), spiegeln ihre allgemeinen Lesegewohnheiten bei weitem keine digitale Praxis wider: Fast der gleiche Anteil der Befragten gibt an, lieber auf Papier zu lesen (54 %), und nur 10,7 % der Befragten geben an, Zeitschriften auf Smartphones oder Tablets zu lesen – bei der «Obstetrica» weiss übrigens weniger als ein Fünftel der Befragten, wo sie die Zeitschrift auf der Website des SHV finden können (zur Erinnerung: Sie befindet sich unter Verband  > Fachzeitschrift: hier).

Ausgewogenheit bei den Inhalten

Was den Inhalt der Zeitschrift betrifft, so sind die drei meistgelesenen Rubriken in der Reihenfolge Titelthema, Fokus Praxis und Kurz gesagt bei den deutsch- und französischsprachigen Befragten und Fokus Forschung und Praxis sowie «Kurz gesagt» bei den italienischsprachigen Befragten. Fragt man die Leser*innen nach ihren Wünschen, so zeigt sich eine grosse Vielfalt in den Antworten: Einerseits werden mehr konkrete Artikel für die Hebammenpraxis gewünscht, andererseits mehr Zusammenfassungen zu Forschungen. Auch der Wunsch nach mehr Artikeln in italienischer Sprache ist für die italienischsprachigen Befragten ein Anliegen.

Schlussfolgerung

Die Redaktion möchte sich bei den Hebammen, die an der Umfrage teilgenommen haben, herzlich bedanken. Die Ergebnisse werden die strategischen Überlegungen begleiten, die in den kommenden Monaten in Bezug auf die Zeitschrift «Obstetrica» angestellt werden.

Jeanne Rey, Redaktorin «Obstetrica»

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