Arbeitsgruppe Spitalhebammen – «endlich fair»: Der Auftrag ist abgeschlossen – Die Arbeitsgruppe zieht sich zurück

Die Arbeitsgruppe (AG) «endlich fair» hat sich in den letzten viereinhalb Jahren für eine faire Pikettentschädigung sowie für eine gerechte Regelung von Überzeit und kurzfristigen Änderungen im Dienstplan eingesetzt. Im Jahr 2024 durfte die AG zwei wichtige Arbeitsinstrumente zur Verfügung stellen: Den Forderungskatalog und das Argumentarium – übersetzt, in drei Landessprachen. Engagierte Hebammen haben damit die Möglichkeit aktiv zu werden und die Dokumente spitalspezifisch anzupassen.
Aktuell haben sich drei Hebammenteams für Verhandlungen entschieden und setzen sich für bessere Bedingungen in ihrem Anstellungsspital ein. Dass sich aktuell nur wenige Teams im Verhandlungsprozess befinden, hat verschiedene Ursachen: Mangel an Kapazität neben dem anstrengenden Schichtbetrieb, Personalmangel, sowie geringe Hoffnung auf Erfolg.
Die Funktion der Pionierarbeitsgruppe Zürich und Schaffhausen (ZH/SH) hat sich bereits mit der Übergabe der Arbeitsinstrumente an die Hebammenteams von einer ausführenden zu einer beratenden Rolle verändert. Nun ist der im Mandatsvertrag zwischen der Sektion ZH/SH und der AG definierte Auftrag abgeschlossen und die Arbeitsgruppe zieht sich in ihrer ursprünglichen Form zurück.
Die Arbeitsgruppe hat ein «endlich-fair-Kit» erstellt, welches an der Mitgliederversammlung 2025 der Sektion ZH/SH vorgestellt wird. Dies ist eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für Verhandlungen und wird Hebammenteams auch nach dem Rückzug der Arbeitsgruppe sowie in anderen berufspolitischen Verhandlungen unterstützen. Der Zentralvorstand des Schweizerischen Hebammenverbandes (SHV) unterstützt das politische Engagement von Spitalhebammen. Dafür übernimmt er die Führung der Homepage und organisiert Austausch- und Vernetzungstreffen für interessierte Hebammen.
Berufspolitik braucht einen langen Atem und auch wenn die AG sich zu Beginn des Projektes mehr erhofft hat, ist sie stolz auf alle erreichten Schritte. Selten haben die drei Hebammen in einem Projekt so viel Teamzusammenhalt, Motivation, Durchhaltewille und Harmonie erlebt. Während dieser intensiven Zeit wurden im «endlich fair»-Team zwei Kinder geboren und strenge Schichten gearbeitet. Es wurden neue Arbeitsorte entdeckt, eine Hebamme hat in die ausserklinische Tätigkeit gewechselt, zwei starteten in einem neuen Spital und zwischendurch wurde von einer Hebamme die Welt mit Rucksack und einem Segelschiff bereist.
Ohne den SHV wäre dieses Projekt nicht möglich gewesen. Der Zentralvorstand und die Sektion ZH/SH haben das Projekt co-finanziert. Es bleibt der Arbeitsgruppe sich bei allen Personen, welche in diesen Jahren eine grosse Unterstützung waren, zu danken:
Ein grosser Dank geht an Andrea Weber, Jael Neuman, Patrizia Frey und Anouk Joliat. Vielen Dank, dass ihr von Anfang an das Projekt geglaubt habt. Elvira Wiegers vom VPOD ZH stand der Arbeitsgruppe jederzeit zur Seite und hat mit ihrer Erfahrung immer wieder zum Weitermachen motiviert. Vielen Dank an Carina Rüegg, Fabienne Gafner und Seraina Juon, welche der Arbeitsgruppe geholfen haben, endlich-fair über die Kantonsgrenze hinaus zu bringen. Vielen Dank an LaKritzer Design für das großartige Logo und an Aline Crevoiserat und Cheryl Hoegger, die unseren social media-Kanal betreut haben. Und nicht zuletzt ein Dank an die Partner der drei Hebammen, welche in verschiedenster Weise eine grosse Unterstützung waren.


Natascha Sutter, Hebamme BSc, Sektion Zürich und Schaffhausen
Carmen Dünki, Hebamme MSc, Vorstandsmitglied der Sektion Zürich und Schaffhausen
Katja von Schulthess, Hebamme MSc, Sektion Zürich und Schaffhausen

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Endlich fair! – Faire Regelung von Pikettdiensten, Überstunden und Überzeit, sowie von kurzfristigen Änderungen im Dienstplan

Informationen der AG Spitalhebammen «endlich fair»:

Endlich fair! – Faire Regelung von Pikettdiensten, Überstunden und Überzeit, sowie von kurzfristigen Änderungen im Dienstplan

Es ist soweit… 

Liebe Hebammen 

Wir dürfen auf drei ereignisreiche Jahre zurückblicken.

Wir sind stolz darauf, was wir bereits gemeinsam mit euch erreicht haben. Neben der Pionier-Arbeitsgruppe Zürich und Schaffhausen, haben sich Hebammen aus bereits vier weiteren Sektionen zu Arbeitsgruppen formiert und der Kampagne «endlich fair» angeschlossen. Es besteht ein grosses Netz an interessierten und engagierten Hebammen aus der ganzen Schweiz.

Die Kampagne richtet sich in erster Linie an Spitalhebammen. Nichtsdestotrotz möchten wir auch Hebammen in anderen Anstellungsverhältnissen in unsere Arbeit miteinbeziehen. Uns ist klar, dass sich die Arbeitsbedingungen zum Beispiel in einem Geburtshaus zu einem Spital in vielen Punkten unterscheiden. Trotzdem stehen alle Hebammen vor dem Problem der Unplanbarkeit einer Geburt und der dementsprechend herausfordernden Arbeitsplanung. Bei Bedarf nach genaueren Informationen, Inputs oder Vorschläge für eine Zusammenarbeit dürft auch ihr euch gerne per E-Mail bei uns melden.  

Und nun ist es soweit…es wird konkret: Der Forderungskatalog und das Argumentarium sind da! 

Aus der IST- und Bedürfnisanalyse in den Spitälern des Raums Zürich und Schaffhausen und in enger Zusammenarbeit mit dem VPOD und einem beratenden Juristen haben wir die zwei Dokumente erstellt. Mit diesen Arbeitsinstrumenten übereichen wir euch einen Input, um in Verhandlung zu gehen und in eurem Anstellungsspital für bessere Arbeitsbedingungen einzustehen. Neben fairen Pikett- und Überzeitenregelungen ist auch eine faire Lösung bei kurzfristigem Einspringen oder der Absage eines Dienstes Inhalt des Forderungskataloges. Das heisst, auch für Spitäler in denen momentan kein Pikettdienst geleistet wird, sind relevante Forderungen enthalten.  

Umgang mit dem Forderungskatalog und dem Argumentarium 

Da die Spitäler der Schweiz bezüglich Grösse und Organisation kaum miteinander vergleichbar sind, ist es notwendig die Dokumente spitalspezifisch anzupassen. In einigen Hebammenteams geht es darum, Pikettdienste zu reduzieren oder abzuschaffen, bei anderen müssen die Bedingungen angepasst werden. Die Entschädigungsbeträge dienen als Richtwerte und das Argumentarium soll mit Beispielen aus eurem jeweiligen Hebammenteam ergänzt werden. Dies ist ein Prozess und bedarf einer Mehrheit im Hebammenteam. Ziel ist es, dass mindestens ¾ vom Team hinter den schlussendlich definierten Forderungen steht, bevor es in Verhandlung geht. Dieser Prozess wird durch regelmässige von uns organisierte Arbeitstreffen begleitet.  

Wie weiter? 

Besprecht den Forderungskatalog und das Argumentarium in eurem Team und geht die Dokumente z.B. im Rahmen einer (ausserordentlichen) Teamsitzung gemeinsam durch. Entscheidet euch im Hebammenteam, ob ihr eine Verhandlung anstreben möchtet oder die Kampagne bei euch im Team keine Priorität hat. 

Hebammenteams, welche sich dafür entscheiden in Verhandlung zu gehen (ihr braucht dafür noch keine ¾ Mehrheit im Team), sollen sich bis 30.04.2024 unter: mail@spitalhebammen.ch melden, damit wir die weitere Zusammenarbeit und Unterstützungsmöglichkeit planen können.  

Nächste Daten 

Hebammenteams, welche sich entscheiden in Verhandlung zu gehen, melden sich bis 30.04.2024 unter mail@spitalhebammen.ch als Pionierspitäler.  

Für alle interessierten Hebammen findet am 20.06.2024 ein Arbeitstreffen statt. Anmeldung via Homepage ab April bis 15.Mai 2024. Wichtig: Dies ist keine Informationsveranstaltung, sondern ein Arbeitstreffen, wo wir gemeinsam die nächsten Schritte planen.  

Auch wenn nicht alle Teams genau das gleiche fordern, fordern wir gemeinsam als Berufsgruppe und stehen für Bedingungen ein, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.  Wir sind überzeugt, dass wenn mehrere Spitäler gemeinsam fordern, der Druck auf die Geschäftsleitung steigt und sich die Ausgangslage für die einzelnen Teams verbessert.  

Wir wünschen euch für die nächsten Schritte im Team viel Mut, Motivation, Geduld und Erfolg!  

Für Fragen stehen wir euch gerne per E-Mail zu Verfügung. 

 

Solidarische Grüsse 

Katja, Carmen und Natascha unterstützt durch VPOD und SHV 

 

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